Partnerschaft Diedorf-Bonchamp
Reist man von Diedorf aus Richtung Bretagne, trifft man westlich der Großstadt Le Mans auf das Département Mayenne, das zur Region Pays de la Loire gehört. Die Hauptstadt des Départements ist Laval (140.200 Einwohner). Seit 1987 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Bezirk Schwaben und der Mayenne, in deren Rahmen auch mehr als 20 schwäbische Gemeinden eine Partnerschaft mit einer französischen Gemeinde eingegangen sind.

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Bonchamp heute:

  • Einwohner: ca. 6.000 (zum Vergleich: 1836: 1227 Einwohner)
  • Fläche: 2157 Hektar (9 km Nord-Süd-Achse, 6 km Ost-West-Achse)

BonchampDiedorfs Partnergemeinde liegt in der Nähe der Stadt Laval, wo auch ein Großteil der Bonchamper seine Arbeitsplätze hat. Wichtig für das Wirtschaftsleben ist die nahe gelegene Autobahn, die Route Nationale 157 sowie der Bahnhof Laval mit Halt des Hochgeschwindigkeitszugs TGV. Bonchamp hat einen kleinen historischen Ortskern, der von der romanischen Kirche dominiert wird. Viele der älteren Gebäude sind modernen Neubauten, wie etwa der Mehrzweckhalle „Les Angenoises“ gewichen. Allein während der Zeit der Gemeindepartnerschaft sind mehrere Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern entstanden. Insgesamt wirkt der Ort sehr lebendig und gepflegt, so gab es auch mehrfach Preise für den schönsten Blumenschmuck an den Häusern.

Am Rande Bonchamps befindet sich ein größeres Gewerbegebiet mit überwiegend mittelständischer Industrie. Vor Ort befinden sich zwei Grundschulen und eine Kindertagesstätte ebenso ein Seniorenheim. Ein Supermarkt, Bäckerei und Metzgerei, eine Apotheke und einige weitere Geschäfte ermöglichen vor Ort die Versorgung mit dem täglichen Grundbedarf. Auffallend sind die für die Größe des Ortes ausgedehnten Sportstätten, die auch eifrig genutzt werden. In Bonchamp gibt es zahlreiche Vereine und ein reichhaltiges Programm an kulturellen, sportlichen und sonstigen Veranstaltungen.


Geschichte:

partner2Wörtlich übersetzt heißt Bonchamp-lès-Laval ‚das gute Feld in der Nähe von Laval‘. Die Geschichte Bonchamps reicht bis auf die Römerzeit zurück, doch die geschichtlichen Nachweise beginnen für diese Ortschaft im Mittelalter. Im 11. Jahrhundert lautete der Ortsname Parocchia de malo campo, was ,die Pfarrei vom schlechten Feld‘ bedeutet, ab 1241 findet sich der Ortsname Bono campo (‚gutes Feld‘), schließlich ist der aktuelle Ortsname ab 1312 in Dokumenten belegt. Wie kam es zu diesem Wechsel des Ortsnamens? Wie in der ganzen Mayenne waren weite Teile des Gemeindegebietes mit Heideflächen bedeckt, daher also die Bezeichnung ‚schlechtes Feld‘. Im 11. Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge, begann man im benachbarten Poligny mit dem Bau der romanischen Kirche La Cassine. Diese Kirche wurde nie vollendet, da es Probleme mit der Statik und dem Untergrund gab. So beschloss man, an einem geeigneteren Ort, d.h. einem „guten Feld“ (=Bonchamp), eine neue Kirche zu erbauen. Die Kirche Bonchamps wurde in romanischem Stil gebaut und verfügt über ein kunstgeschichtlich interessantes Interieur. Die Ruine von La Cassine existiert noch immer und kann auf Wanderwegen erreicht werden.

partner3Ursprünglich bestand der Markt Bonchamp aus der Kerngemeinde und einer ganzen Reihe von Dörfern, kleinen Bauernhöfen, Gutshöfen und abgelegenen Weilern in der Umgebung. Manche Gehöfte tragen Namen geographischen Ursprungs, wie z.B. La Vallée (das Tal), manche Namen sind keltischen Ursprungs, wie z.B. Sacé oder Poligné. Alle diese Höfe, die im Mittelalter existierten, waren ehemals Grundherrschaften. Der meiste Grund gehörte der Kirche oder den Grundherren, welche wiederum selbst unter dem „Joch“ der Lehensherren standen, die in den großen Städten der ehemaligen Provinz Maine, nämlich Laval und Le Mans, residierten.
Im 20. Jahrhundert kam es zu rasantem Wachstum der Gemeinde, das bis heute anhält.

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Mehrzweckhalle „Les Angenoises“

Weitere Informationen zu Bonchamp finden Sie hier: www.mairie-bonchampleslaval.fr